Ferienwoche im Wallis

Es ist Sonntagmorgen Mitte Juni 2019, Bernard und ich packen wieder einmal unsere Reisesäcke. Es soll nicht zu weit weg gehen, Entspannung für den Körper und vor allem auch für den Kopf stehen auf dem Programm. Wir haben im BnB La Chapelle in Salgesch bis Donnerstag ein Zimmer reserviert. In dieser für uns noch unbekannten Gegend gibt es, denen wir entlangwandern können. Die ‚Bisse du Rho‘ bei Montana haben wir uns schon vorgenommen, der Weg soll spektakulär sein.
Den ersten Halt machen wir in Martigny, in der Fondation Gianadda, wo impressionistische Meisterwerke der Sammlung Ordrupgard aus Kopenhagen ausgestellt sind. Wir bewundern wunderschöne Landschafts- und Naturbilder berühmter Künstler wie Degas, Corot, Gaugin, etc. Gegen Abend dieses heissen und sonnigen Sommertages kommen wir im BnB in Salgesch an. Und es gefällt uns sofort. Das Haus der Familie Lazayres ist modern, mit viel Holz, und einem schönen Garten an der Bahnlinie in Salgesch gelegen. Alles ist mit gutem Geschmack und viel Liebe eingerichtet, und wir bekommen zahlreiche, wertvolle Tipps für Wanderungen und Ausflüge für die nächsten Tage. Salgesch ist mitten in den Rebbergen gelegen, es gibt viele Weinbauern und -Kellereien. Das Wahrzeichen der Ortschaft ist die Kapelle auf einem kleinen Moränenhügel, auf den ein Pilgerweg führt. Die am Abend beleuchtete Kapelle hat auch unserem BnB den Namen gegeben.
Am Abend fahren wir zum kleinen Natursee Lac de Géronde in der Nähe von Sierre. Dort packen die meisten Badegäste ihre sieben Sachen zusammen. Wir bekommen sofort einen Platz im Restaurant La Colline und geniessen danach noch den lauen Sommerabend bei einem kleinen Spaziergang dem See entlang.

Die neue Woche beginnt mit einem sonnigen Sommertag. Nach dem feinen Frühstück mit von Isabelle gebackenem frischem Zopf und Brot ziehen wir los. Wir wollen dem Rebweg entlang nach Sierre wandern und wählen die Zusatzschlaufe entlang der ‚Bisse du Marais‘. Dabei überqueren wir den Grenzbach, der die Sprachgrenze zwischen dem Ober- (Deutsch) und Unter-Wallis (Französisch) bildet. Zur Zeit der Kelten und Römer war die Gegend des Wallis französisch-sprachig, bis im 10. Jh. die Alemannen über die Grimsel und die Furka einwandern und die Gegend bis Sion „germanisierten“. Im Laufe des 19. und 20. Jh. werden Sion und Sierre dann jedoch wieder französisch-sprachig.
Wir wandern durch Weinberge, blühende Felder voller Schmetterlinge aller Farben und Grössen, und der Suone entlang im angenehm schattigen Wald. Einmal verlaufen wir uns und müssen in der grössten Mittagshitze den Hang hochwandern, bis wir den Rebweg wieder finden. In Sierre angekommen gibt es ein Eis, nachher nehmen wir den Zug zurück nach Salgesch. Ein feines Cordon-Bleu mit Pommes-frites darf während den Ferien im Wallis nicht fehlen. Wir geniessen es diesen Abend auf der Terrasse des Restaurants Frohheim am Dorfeingang von Salgesch.

Die ‚Bisse du Rho‘ ist am nächsten Tag unser Ziel. Nach einigem Suchen finden wir den Anfang bei Montana. Die Suone ist im 14. Jh. in die senkrechten Felswände gehauen worden. Heute ist der Weg jedoch nach 2km geschlossen, wegen einem Erdrutsch. Dieser erste Abschnitt ist sehr spektakulär. Rechts von uns Wandervögeln fliesst der kleine Kanal mit dem frischen, kühlen Wasser, links geht’s senkrecht die Felswand hinunter. Wir wandern auf der Höhe der Baumwipfel der Tannen und Lärchen, die weiter unten am Abhang ihre Wurzeln haben. Es ist angenehm schattig, aber das flaue Gefühl im Magen hört praktisch erst auf, als wir wieder zurück sind auf einem breiteren Weg, wo der Blick auf den Boden nicht gleich vom Wegesrand hunderte von Metern in den Abgrund führt. Wir besuchen dann Crans und auch Montana. In Crans fühlten wir uns wie auf der Bahnhofstrasse in Zürich, Montana ist etwas sympathischer, aber Montana in den USA hat mir definitiv viel besser gefallen.

Ein weiterer abenteuerlicher Wanderweg führt entlang der Dalaschlucht in Leukerbad. Philippe gibt uns diesen Tipp, und wir fahren am nächsten Tag in den bekannten Bade-Kurort. Beim Wandern auf dem in den Felsen hineingehauenen Weg, über kleine Brücken und am Schluss, beim Ausgang aus der Schlucht einigen Treppen, rauscht unter uns die Dala ins Tal. An verschiedenen Stellen gibt es heisse Quellen, die aus der Felswand fliessen. Die Wegbauer haben sogar eine Seilwinde mit einem kleinen Kessel befestigt, womit der Wanderer von diesem heissen Quellwasser hochziehen und darin die Hände wärmen kann. An diesem heissen Tag ist das nicht nötig, aber es ist eindrücklich, die Finger in dieses heisse Wasser zu tauchen. Dieser abenteuerliche Weg ist übrigens auch für Rollstuhlfahrer befahrbar, ausser den Treppen am Schluss natürlich.
Nach der Wanderung schauen wir uns Leukerbad an, das mit seinen vielen gepflegten Walliser Häusern wirklich ein Besuch wert ist, finden wir.

Am Donnerstag ist Fronleichnam, im katholischen Wallis weckt die Harmonie von Salgesch die Bewohner bereits um 5 Uhr zur Fronleichnam-Prozession. Bernard und ich verabschieden uns am Vormittag von unseren beiden Mitbewohnerinnen und Isabelle und Philippe und ziehen in das Studio im Thermalbad in Ovronnaz, das wir kurzfristig für die nächsten beiden Nächte reserviert haben. Das Wetter ist weniger sommerlich, für Entspannung im Bad und in der Sauna stört uns das aber überhaupt nicht.

Lac de Nantua

Spaziergang am Ufer des Lac de Nantua

Das Zentrum der kleinen Ortschaft bildet die schöne romanische Kirche St.-Michel. Nach dem Besuch spazieren wir durch die Hauptstrasse von Nantua, es gibt nicht viele Geschäfte, Bäckerei, Blumen, Kebab, viele Läden stehen leer, und wir sehen erst am Nachmittag am Seeufer etwas mehr Leute. Der natürliche See liegt in einer Klus im südlichen Jura-Massiv, auf beiden Seiten fallen steile Feldwände vom Jura-Plateau zum See 2.7 km langen Gewässer hinunter. Die Fischer sind mit ihren Booten bereits auf dem Wasser, für die anderen Wassersport-Arten ist es, Mitte April, noch zu früh. Zu Mittag lassen wir uns im Restaurant Embarcadère, direkt am See, verwöhnen, die ‚Quenelle de brochet‘ sind wirklich sehr fein (siehe Foto unten links).
Später fahren wir dem See entlang, und einige Kilometer weiter lassen wir das Auto wieder stehen und schlendern durch die lebhafte Stadt Oyonnaz.
Für die Rückfahrt nach Genf wählen wir die Strecke über den Jura. Nun wird das Gebiet langsam hügelig, wir sind im Département du Jura. In Saint-Claude, der Stadt, die für ihre Tabak-Pfeifen bekannt ist, und hoch oben auf einem Plateau über dem Zusammenfluss der beiden Bäche Tacon und Bienne liegt, besuchen wir die St.-Pierre-Kathedrale mit wunderschönen Glasfenstern und die Innenstadt.

Quenelles an Nantua-Sauce

Es herrscht Weekend-Stimmung und wir lassen uns anstecken, auf einer Terrasse setzen wir uns hin und trinken ein Bier.
Schliesslich fahren wir über eine kurvige Bergstrasse weiter in die Höhe, bis wir bald die ersten typischen Jura-Häuser sehen, sie sind an der zum Wetterschutz mit Blech geschützten Westseite zu erkennen. Oben auf dem Jura-Plateau angekommen liegt hie und da noch Schnee. Die kleinen Ski- und Wintersportorte des Mont-Jura-Gebiets Lamoura und Mijou haben ihre Skilifte erst vor kurzem geschlossen. Die Weite der Juraweiden, der graue Himmel und die Schneereste überall erinnern mich an den hohen Norden, und man kann sich gar nicht vorstellen, dass wir nur einige Kilometer von Genf entfernt sind, denn gleich sind wir auf dem Col de la Faucille. Danach führt uns der Weg hinunter nach Gex und heim.
Bei einem Glas Wein und dem Jura-Alpkäse, den wir in Saint-Claude erstanden haben, lassen wir den Tag noch einmal Revue passieren und stellen fest, dass es sich gelohnt hat, die verschiedenen Gegenden ennet der Landesgrenze näher anzuschauen.

Hundeschlittentour

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Hundeschlittentour nach Solalex

Es war ein unvergessliches Erlebnis. In einer wunderschönen Winterlandschaft in Gryon haben 11 Schlittenhunde unseren Schlitten nach Solalex gezogen. Es ist sehr beeindruckend, zu beobachten, wie die Schlittenhunde zufrieden und glücklich sind im Schnee und in der Kälte zu laufen, während wir gut eingepackt im warmen Schlitten sitzen. Der Musher steht hinter dem Schlitten und führt seine Truppe. Dies ist nicht immer einfach, zum Beispiel in einer Kurve, wenn er darauf achten muss, dass der Schlitten nicht umkippt. Oder wenn Spaziergänger auf demselben Weg ihre Hunde ausführen, können die Schlittenhunde plötzlich ihren Schlitten vergessen und auf die anderen Hunden zu rennen.