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Unterwegs

Freiburg

Freiburger Altstadt, Oberstadt, über der Saane

Im ‚Funi‘ (von funiculaire), der nostalgischen Drahtseilbahn ganz aus Holz, die die Unterstadt mit der Oberstadt, dem Bourg, verbindet, sind wir die einzigen Passagiere an diesem sonnigen Märztag. 1899 wurde sie eingeweiht, ihre Besonderheit ist, dass sie mit Abwasser betrieben wird. Hoffentlich riecht man das nicht, sagen wir uns. Ich kann nichts feststellen, Bernard findet jedoch das Gegenteil.

Nach 1½ Std. Zugfahrt sind wir diesen Morgen in Fribourg, der zweisprachigen Stadt mit etwa 40’000 Einwohnern angekommen. Nach einem kurzen Spaziergang durch sympathische Gassen der Oberstadt stehen wir vor der schönen, gotischen Sankt-Niklaus-Kathedrale. Daneben bringt uns ein Schriftzug über der Gasse der Bräute (Rue des Epouses) mit einem Ratschlag für Bräutigame zum Schmunzeln: Hüt! Freu di Hochzitter, du guete Ma, Morn het am End d’Frau scho dini Hose a.

In der Nähe der Saane in der Unterstadt lernt uns eine an einem Haus angebrachte Tafel, dass hier, im Quartier Auge, vor ca. 90 Jahren der HC Freiburg Gottéron gegründet wurde. Interessant ist dies für Bernard, nicht weil er Gotteron Fan ist, sondern weil das Team für den Servette HC immer ein gefährlicher Gegner ist. Etwas später lesen wir: Port de Fribourg – und sind erstaunt. Aber was heute ein Bistro ist, war früher tatsächlich ein Hafen, von wo aus Güter auf dem Wasserweg transportiert wurden. Von der Unterstadt schweift unser Blick hinauf zur Oberstadt. Die Ähnlichkeit mit der Berner Altstadt ist frappant, es ist dieselbe Architektur, und die Häuser sind aus demselben Sandstein gebaut. Beide Städte sind im 12. Jahrhundert von den Zähringern gebaut worden, wie Freiburg-im-Breisgau übrigens auch.

Mit dem Bus fahren wir zu unserem nächsten Ziel, der Chocolaterie Villars, sie befindet sich etwas ausserhalb. Schon beim Gedanken an eine heisse Schokolader läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Etwas später stelle ich fest: sie ist wirklich köstlich hier. Im botanischen Garten der Universität lädt uns eine freie Parkbank zu einer Siesta in der Sonne ein. So schöpfen wir Kraft für den Besuch des Espace Jean Tinguely und Niki de Saint-Phalle. Hier bestaunen wir einmal mehr eine unglaubliche Fantasie Konstruktion von Tinguely aus rezyklierten Materialien. Er prangert damit unsere Konsumgesellschaft an. Und die farbenfrohen Skulpturen von Niki de Saint-Phalle voller Lebensfreude und Humor sind fast alle in unseren Smartphones verewigt.

Unsern interessanten und angenehmen Tagesausflug beschliessen wir, wie es sich gehört, in der schönen Brasserie Gotthard mit einem feinen Essen.